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Historique de la Librairie Diderich


Ein Glücksfall für Esch

Die Librairie Diderich ist eine Buchhandlung von internationalem Format

Das Abenteuer begann im Herbst 1945, als eine energische junge Dame, Marie Diderich-Pierre, mit zwei Koffern voller Bücher aus Frankreich kommend am Escher Bahnhof ausstieg. Sie hatte den Plan, eine Librairie Française in ihrer Heimatstadt aufzumachen. Freunde aus Frankreich halfen, brachten weitere Koffer mit kostbaren Büchern, die während fünf Jahrendeutscher Besatzung verboten waren und jetzt Freiheit und Aufbruch bedeuteten. Später kamen österreichische und Schweizer Kinderbücher hinzu, sehr viel später auch deutsche Literatur. Am Anfang passte das gesamte Angebot in die kleine Fensterauslage des Lokals in der Rue Large.

Der Sohn Jean-Claude wuchs inmitten all dieser Schätze auf, begann nach dem Abitur Literatur an der Sorbonne zu studieren und absolvierte Praktika bei den großen Pariser Verlagen. 1965 ereilte ihn dann ein Anruf von zu Hause: Die Eltern waren bereit, aus der kleinen Buchhandlung eine große zu machen - aber nur, wenn der Sohn bei diesem Abenteuer an ihrer Seite stünde. Schräg gegenüber vom alten Laden wurde in einem neuen Gebäude ein 150qm großes Geschäft gekauft, dessen Umbau Jean-Claude noch von Paris aus organisierte. Damit war der Plan seines Lebens vorgezeichnet. An der Seite seiner Eltern und seiner Frau Kitty baute er die Buchhandlung aus, initiierte Kunstausstellungen, Lesungen und Begegnungen mit Autoren, modernisierte das Angebot und brachte Weltliteratur nach Esch. Neun Jahre später konnte das Lokal auf 200qm erweitert werden. In einem ehemaligen Getränkedepot, das an die Buchhandlung angrenzte, wurde ein Raum nur für Schulmaterial eingerichtet, den Kitty Diderich unter ihre Fittiche nahm.

Die Macht der Worte, die Begegnungen mit den jungen Luxemburger Literaten, die Erzählungen von der Frankfurter Buchmesse und die spannende Atmosphäre im Geschäft verfehlten auch auf die nächste Generation nicht ihre Wirkung. Die Tochter von Jean Claude und Kitty Diderich, Anne, ließ sich von der Begeisterung ihrer Eltern und Großeltern anstecken: Sie ging nach dem Abitur 1989 auf die Buchhändlerschule in Frankfurt am Main, arbeitete im Traditionshaus Rombach in Freiburg und sah sich bei französischen Verlegern um. Seit Mitte der 90er Jahre steht Anne ihren Eltern zur Seite. Ein weiterer Ausbau konnte realisiert werden und heute weist die Librairie Diderich insgesamt 400qm Verkaufsfläche für Bücher, Spiele und pädagogisches Material auf, sowie 150qm für die Schulbestellungen, die sich auch in Luxemburg zu einem wichtigen aber komplexen Markt entwickelt haben.

Der Betrieb beschäftigt derzeit 17 Mitarbeiter, Vollzeit- und Halbtagsstellen zusammen gerechnet. Neben den Inhabern arbeiten in der Librairie Diderich drei ausgebildete Buchhändler – ein Luxemburger, ein Franzose und ein Deutscher. Wie jede gute Buchhandlung im Land bietet auch Diderich Beratung in allen drei Sprachen und Sortimenten. Hinzu kommt noch das englischsprachige Angebot, das an Bedeutung gewinnt. Gerade die Beratung, der persönliche Service, das Verständnis für den einzelnen Kunden – ob er nun acht oder achtzig Jahre alt ist – macht das Erfolgsrezept dieser Buchhandlung aus. Das sei auch der Grund, sagt Jean-Claude Diderich, warum er sich keine wirklichen Sorgen angesichts des Vormarschs der Online-Dienste mache. Übrigens – auch bei Diderich können Bücher und Schulmaterial bequem über die hauseigene Internetseite bestellt werden!

Einen zentralen Ort in der Buchhandlung nimmt das luxemburgische Angebot ein. Auch wenn es kommerziell nicht unbedingt an erster Stelle rangiert, haben die Inhaber hier von Beginn an Engagement gezeigt und viele Luxemburger Autoren im Laufe der Jahre gefördert. Daneben ist die Auswahl von modernen und klassischen Jugendbüchern beeindruckend. Gemeinsam mit Elternvereinigungen organisiert die Librairie Diderich Kinderbuchausstellungen in den Südgemeinden, denn eines ist klar: Kinder lesen gern, wenn sie rechtzeitig den Zugang zu den Geschichten der Welt finden.

 

Der Zukunft sehen das Ehepaar Diderich und ihre Tochter Anne mit Zuversicht entgegen. Die Universität werde natürlich neue Kunden bringen, aber es sei insbesondere das Marktpotential des Südens, das es noch auszuschöpfen gelte. Das Publikum sei heute interessierter, informierter und neugieriger als noch vor zwanzig Jahren, gelesen werde heute eher mehr als früher. Mit seinem Sortiment an Schreib- und Papierwaren, von Produkten des täglichen Gebrauchs bis hin zu hochwertigen Geschenkartikeln, Schul, Bastel- und Spielwaren, Zeitungen und Zeitschriften, gibt es viele Gründe, bei Diderich vorbeizuschauen. Als größte Buchhandlung im Bassin Minier hat die Librairie Diderich noch dazu ihre Öffnungszeiten angepasst, um den Kunden entgegen zu kommen. Das Geschäft ist wochentags durchgehend von 8.00 Uhr bis 18.15 Uhr geöffnet und samstags von 8.30 Uhr bis 18 Uhr.

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